Liebe SO!APART Insightler,
zwei Städte, zwei Kongresse, eine Woche, die noch intensiv nachwirkt. Zuerst Berlin, dann Wien, und dazwischen viele Gespräche, die zeigen, wie sehr unser Segment gerade gebraucht wird.
Der Berliner Immobilienkongress von IMMOCOM hat deutlich gemacht, vor welchen Herausforderungen unsere Branche steht und wo die Chancen liegen. Ein großes Thema war erneut die Umnutzung von Büroflächen. Für viele Standorte kann sie Teil der Lösung sein. Klar wurde aber auch: Gute Ideen allein reichen nicht. Ohne schnellere Genehmigungsprozesse, weniger Bürokratie und verlässlichere Rahmenbedingungen bleiben viele Projekte auf dem Papier. Ich habe mich gefreut, mit meinem Vortrag die Perspektive der Serviced Apartments einzubringen, und im Gespräch mit Ivette Wagner die aktuellen Themen des Segments zu diskutieren. Katharina Greis, COO Office Germany bei Covivio, hat es für mich auf den Punkt gebracht: Lebendige Assets entstehen dort, wo lebendige Quartiere entstehen. Immobilien müssen mehr leisten als Quadratmeter bereitzustellen, sie müssen Menschen zusammenbringen und sich an veränderte Bedürfnisse anpassen. Genau das ist unser Kerngeschäft. Das konnte mein Team letzte Woche auch beim ersten Blick hinter die Kulissen der Stayery Ostkreuz besichtigen. Hier sieht man eine erfolgreiche Büro Konversion: das neue Projekt heißt re:o Berlin und umfasst 255 Apartments auf ca. 11.000 m² – eingebettet in ein ehemaliges Gebäude der Deutschen Rentenversicherung mit insgesamt 76.000 m² Mietfläche. Neben STAYERY werden dort u.a. die britische Hotelmarke Premier Inn sowie weitere Büro-, Gastro- und Gewerbeflächen entwickelt. Die Eröffnung ist für 2027 geplant.
Zurück zum Kongress: natürlich war die Vergesellschaftungsdebatte wieder präsent, ein echtes Berliner Dauerthema. Ingo Lindner von FAY Projects brachte es so auf den Punkt: Investoren würden ihm alles anbieten, Hauptsache nicht Berlin, die Debatte sei der Elefant im Raum. Frank Wolters von der Berlin TXL Management GmbH wünschte sich vor allem weniger Regulatorik, nicht weil sie grundsätzlich falsch sei, sondern weil ihr Umfang Projekte langsamer und ineffizienter mache.
Von Berlin ging es für mich weiter nach Wien. Gemeinsam mit Michaeler & Partner haben wir am 1. Juli in ihren Büroräumen nach unserem Österreich-Debüt im letzten Jahr erneut Branchengrößen aus Projektentwicklung, Finanzierung, Investment und der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) zusammengebracht. Roman Kopacek stellte den bereits achten Marktreport Serviced Apartment Österreich vor, der auf den Angaben von 93 Betrieben beruht. Die Zahlen zeigen einen stabilen, zunehmend professionellen Markt. Die durchschnittliche Auslastung lag 2025 bei 74,5 Prozent, rund zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahr, während die Tagesrate deutlich auf 113 Euro stieg, Details zu den österreichischen Zahlen gibt es kommende Woche in einem Artikel von Sylvie Konzackt auf der SO!APART insight. Einschätzungen gibt es dann auch parallel in meinem neuen Podcast mit Kristin Oberweger von der ÖHV.
Was ich von dem Abend in Wien mitgenommen habe: Beide Märkte werden zunehmend von Freizeitreisenden geprägt, entwickeln sich wirtschaftlich aber unterschiedlich. In Österreich steigen Preise und Aufenthaltsdauer, bei uns geraten die Durchschnittsraten unter Druck und die Aufenthalte werden kürzer. Genau das macht den Austausch über die Grenze hinweg so wertvoll, wir lernen voneinander, gerade weil die Märkte unterschiedlich ticken. Spannend war auch der Einblick in das neue Habyt Aparthotel Vienna, das im August mit einem Softopening startet. Hier habe ich ein völlig neues Habyt-Konzept gesehen, ein Konzept das Hotel spricht.
Zwei Städte, zwei Perspektiven, ein Fazit: Unser Segment hat viele Antworten auf die Fragen, die die Immobilienbranche gerade umtreiben. Wir müssen sie nur laut genug sagen. Und wer noch tiefer in die österreichischen und deutschen Zahlen eintauchen möchte: Wir nehmen das Thema natürlich auf den SO!APART Jahreskongress am 18. und 19. November in Berlin mit. Und wer sich bis zum 31. August ein Ticket sichert, profitiert noch von unseren Frühbucher-Preisen!
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende!
Herzliche Grüße
Anett Gregorius

