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Micro Living meist geplante Zielnutzung

Drei von vier Bestandsobjekten liegen im konversionsfreundlichen Korridor für Micro Living und Serviced Apartments, so ein Ergebnis der Konversionsanalyse 2026. Problematisch bleiben ESG und Genehmigungsthemen. Auch beim Jahreskongress Temporäres Wohnen am 16./17. Juni 2026 wird es darum gehen.

Konversion goes Micro Living – die Konversionsanalyse 2026 zeigt Potenziale und Herausforderungen auf.© stock.adobe.com_eyetronic

128 Bestandsobjekte waren im DACH-Raum im letzten Jahr im Rahmen der Konversionsanalyse für möblierte Wohnformen wissenschaftlich analysiert worden. Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Bestandsgebäude sich für die Konversion zu Micro Living, Serviced Apartments, Student Living oder Senior Living eignen und welche nicht. Thomas Beyerle, Professor für BWL Bau & Immobilien an der Hochschule Biberach, und die BelForm GmbH & Co. KG hatten die Untersuchung durchgeführt.

Als ein wichtiges Ergebnis warten drei Viertel der untersuchten Objekte mit einer beidseitigen Belichtung und einem Achsraster von 3,5 bis 4,5 Metern auf. „Damit liegt ein Großteil im konversionsfreundlichen Korridor für Micro Living und Serviced Apartments: Tageslicht erreicht beide Gebäudeseiten, Grundrisse lassen sich ohne größere bauliche Eingriffe neu ordnen“, so die Studienautoren. Die restlichen 25 Prozent benötigen umfangreiche Maßnahmen für Lichthöfe, Grundrissöffnungen und teilweise tragende Veränderungen, die die Baukosten sprunghaft ansteigen lassen würden.

ESG-Lücke und Genehmigungsthema

Herausfordernd bleiben ESG-Umsetzungen. Rund drei Viertel der Befragten messen ESG-Kriterien eine handlungsrelevante Bedeutung bei. Nur 7 Prozent der Objekte erfüllen die Kriterien aktuell vollständig, rund 62 Prozent melden Anpassungsbedarf. „Diese Lücke wird die Wertentwicklung der nächsten Jahre prägen“, ist Thomas Beyerle überzeugt. Von Beginn an, nicht im Nachgang, sollten daher ESG-Elemente wie Taxonomie-Assessment, CO₂-Pfad und Materialpass in den Business Case integriert werden.
 

Auch das Thema Genehmigungsrecht treibt die Akteure weiterhin enorm um, indem ca. 42 Prozent der Befragten berichten, mit aufwendigen Genehmigungsprozessen aufgrund bestehender Bebauungspläne konfrontiert zu sein. Frühe avisierte Behördenabstimmungen bei Bauvoranfragen, Schallschutz, Mobilität etc. spart bei Konversionsprojekten sechs bis zwölf Monate Time-to-Permit, so die Studie.

Generell ist Micro Living die meist geplante Zielnutzung der Erhebung, betont der BelForm-Geschäftsführer Benjamin Oeckl. Dieser Nutzungsbereich stellt ein Drittel, typischerweise in Form von Apartments mit Warmmieten unter 1.000 Euro, gefolgt von Serviced Apartments (25 Prozent), Studentenwohnen (17 Prozent) und Seniorenwohnen (15 Prozent).

Konversionspotenziale, -projekte und -herausforderungen sind auch Thema beim Jahreskongress Temporäres Wohnen am 16./17. Juni 2026 in Berlin. Hier stellt u.a. Ewald Schwenger von der i Live Group die Transformation eines Hochhauses zum kleinen Quartier vor. Roman Diehl und Gregor Wöltje von Bricks And Stories sprechen über die Umplanung von Büros in Studierenden-Apartments und Marc Pielke von Homaris über das „Innovieren von Serviced Apartments mit attraktiver Minimalfläche“.