Aus 37 wurden 55 Wohnheimplätze: Nach umfangreichen Bauarbeiten hat das Studierendenwerk Frankfurt am Main sein Haus am Beethovenplatz 4 wiedereröffnet. Die Planung übernahm das Darmstädter Büro grüningerarchitekten | BDA. Der sechsgeschossige Bau wurde 1960 bis 1961 nach Entwürfen von Ferdinand Kramer errichtet und zählt zu den prägenden Zeugnissen der Nachkriegsmoderne im Umfeld des ehemaligen Universitätscampus Bockenheim. Die Modernisierung ging weit über die Neugestaltung der Wohnräume hinaus. Das vorhandene Betonskelett wurde instand gesetzt, ein neuer Aufzugskern in die Tragstruktur integriert und die gesamte Sanitär- und Elektrotechnik erneuert. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Brandschutz. Neue Fenster, eine verbesserte Dämmung und der Anschluss an das Fernwärmenetz ermöglichen nun den Standard eines KfW-Effizienzhauses 70. Die architektonische Substanz des früheren Walter-Kolb-Studentenhauses blieb dabei erhalten.
Die Ein-Zimmer-Apartments bieten zwischen 14 und 19 Quadratmeter Wohnfläche, hinzu kommt eine rollstuhlgerechte Einheit mit 26 Quadratmetern. Neben den privaten Wohneinheiten verfügt das Haus über einen Gemeinschaftsraum mit Küche, zwei Musikübungsräume und eine Waschlounge. Im Außenbereich entstanden Aufenthaltsflächen mit Pergola und eine Calisthenics-Anlage. Der Campus Westend der Goethe-Universität ist in zehn bis 15 Minuten zu Fuß erreichbar. „Bezahlbares Wohnen ist eine Frage der Chancengerechtigkeit. Wer in Frankfurt studiert, darf nicht daran scheitern, eine bezahlbare Wohnung zu finden“, erklärte Kaweh Mansoori, Hessens Wirtschafts- und Wohnungsbauminister, bei der Wiedereröffnung. Nach Angaben von Prof. Beate A. Schücking, Präsidentin des Deutschen Studierendenwerks, liegen die Durchschnittsmieten der Wohnangebote des Studierendenwerks Frankfurt am Main bei 350 Euro einschließlich Nebenkosten und Internet.
Finanziert wurde das Vorhaben mit einer Kombination aus öffentlichen Fördermitteln, Darlehen und Eigenkapital. Das Land Hessen gewährte über das Programm „Studentisches Wohnen“ ein Darlehen von 2,1 Millionen Euro und einen Zuschuss von rund 850.000 Euro. Weitere 3,2 Millionen Euro stammen aus einem Darlehen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Die Stadt beteiligte sich über ihr Modernisierungsprogramm mit einem Darlehen von rund 600.000 Euro. Hinzu kommen ein Kapitalmarktdarlehen von einer Million Euro sowie Eigenmittel des Studierendenwerks. Über das einzelne Bauvorhaben hinaus will Hessen die Finanzierung der Studierendenwerke stärken. Wissenschaftsstaatssekretär Christoph Degen kündigte an, dass deren Zuschüsse ab 2027 um zwei Millionen Euro steigen. Seit Beginn der Legislaturperiode entspricht dies nach seinen Angaben einer Erhöhung um insgesamt 26 Prozent.
























