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WeWash: "Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein"

Freizeit- und Geschäftsreisende stellen zunehmend dieselben Anforderungen an Waschräume in Serviced Apartments: Die Nutzung soll schnell und unkompliziert sein. Dr. Raphael Kirschner, CEO von WeWash, erläutert im Interview, welche digitalen Funktionen Gästen helfen, warum er bei der technischen Ausstattung auf Standardisierung setzt und wie eine bedarfsgerechte Waschmitteldosierung den Verbrauch senken kann. WeWash ist auch bei der SO!APART am 18. und 19. November in Berlin dabei.

Porträt Dr. Raphael Kirschner, CEO von WeWash

Raphael Kirschner, CEO von WeWash, spricht im Interview über die Erwartungen von Serviced-Apartment-Gästen, technische Standards für wachsende Portfolios und die Frage, wie sich beim Waschen Verbrauch senken lässt.

Der SO!APART-Marktreport zeigt: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt inzwischen bei sieben Tagen, 56 Prozent der Nachfrage entfallen auf Leisure-Gäste. Was beobachten Sie in den Waschräumen: Unterscheiden sich Freizeit- und Geschäftsreisende bei Nutzungszeiten, Aufenthaltsdauer oder Erwartungen stärker als früher?

Raphael Kirschner: Nein, im Gegenteil, die Erwartungen der Nutzungsgruppen nähern sich immer weiter an. Alle Gäste möchten einfach, schnell und unkompliziert den Waschraum nutzen. App-Download, Erstellung eines Accounts oder Aufladen eines Wallets sind für diese Gäste ein absolutes No-Go. Viele wünschen sich aber dennoch einen Beleg Ihrer Nutzung, denken Sie allein an die Reisekostenabrechnung für Geschäftsreisende. Für genau diese Anforderungen haben wir Scan2Wash entwickelt.

Laut Innovation Perception Index brechen 27 Prozent der Gäste einen digitalen Vorgang ab, wenn er ihnen zu kompliziert wird. Serviced Apartments setzen zugleich auf weitgehend digitale Abläufe. Wie viel Digitalisierung verträgt ein alltäglicher Service?

Raphael Kirschner: Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein, sondern muss von der ersten Sekunde dem Nutzer einen klaren Mehrwert bieten. Am Beispiel der Waschmaschine: Der Nutzer möchte nicht umsonst in den Waschraum gehen, also muss er aus der Entfernung eine freie Maschine reservieren können und auch bei abholbereiter Wäsche benachrichtigt werden. Dies kann kein Münzautomat oder NFC-Terminal leisten, dies geht nur über Digitalisierung. 

Viele Serviced-Apartment-Betreiber wachsen inzwischen über mehrere Standorte. Was lässt sich bei der Zusammenarbeit mit einem Dienstleister über das gesamte Portfolio standardisieren und was muss für jedes Haus neu abgestimmt werden?

Raphael Kirschner: Uns ist bewusst, dass Individualität für Hotels oder Serviced Apartments wichtig ist, um eine persönliche Gästebindung zu erreichen. Die Betreiber wissen selbst am besten, wie sie dies über Ästhetik und Einrichtung, Komfortfeatures oder positive Überraschungen dem Gast gegenüber darstellen. Bei den technischen Basics ist dagegen Standardisierung Trumpf. Die Zimmerverriegelung, die Mischbatterie in der Dusche, die Klimaanlage, und ja: auch die Waschmaschine müssen "blind" und ohne Überraschungen bedienbar sein. Insofern setzen wir sehr stark auf Standardisierung, nur so können wir die schnellste Realisierung und den zuverlässigsten Betrieb in unserer Branche anbieten.

Booking.com zufolge ist nachhaltigeres Reisen für 84 Prozent der Befragten wichtig. Gleichzeitig entstehen im Apartment durch die längere und eigenständigere Nutzung zusätzliche Verbräuche. Wie können Betreiber Wasser-, Energie- und Waschmittelverbrauch senken, ohne den Service einzuschränken und lässt sich der Effekt belastbar nachweisen?

Raphael Kirschner: Im Shortstay-Segment lädt naturgemäß kaum ein Nutzer die Waschmaschine voll, also mit neun Kilogramm Wäsche. Typische Dosieranlagen geben dennoch die Höchstmenge an Waschmittel zu. WeWash dagegen bietet mit i-DOS eine intelligente Waschmitteldosierung an, die genau auf die Wäschemenge abstimmt ist. Bezüglich Energieverbrauch: Unsere Geräte werden von Bosch in Deutschland mit jahrzehntelanger Effizienz-Erfahrung entwickelt. Am liebsten lassen wir die Zahlen sprechen, da wir die Energieaufnahme unserer Geräte genau dokumentieren: Bisher hat sich für die Betreiber im Vorher-Nachher-Vergleich immer eine Energiereduktion durch WeWash ergeben!

Hier geht es zum Programm der SO!APART 2026