Auch bei The Flag hat sich das gezeigt. Apaleo und The Flag haben zusammen mit der Housekeeping-App Sweeply einen KI-Trace Agenten entwickelt, der Gästewünsche wie ein spezielles Küchenutensil, Zustellbetten oder auch eine Geburtstagsüberraschung direkt aus den Reservierungskommentaren liest, interpretiert und automatisch in konkrete Aufgaben für die Hotelteams umwandelt – egal aus und in welche Sprache. Die Tasks legt der Agent unmittelbar in Sweeply an, sodass Mitarbeiter diese Informationen nicht mehr manuell zwischen den Systemen übertragen müssen.
Nach nicht einmal vier Wochen Entwicklung war der erste Prototyp bereits im The Flag in Zürich mit 101 Zimmern und Serviced Apartments im Einsatz. Hier wurde er im laufenden Einsatz optimiert und erstellt inzwischen rund 30 Tasks pro Tag automatisch, was durchschnittlich pro Woche etwa 3,5 Stunden Ersparnis bei der reinen Aufgabenerfassung bringt. Hinzu kommt der geringere Abstimmungsaufwand zwischen Rezeption und Housekeeping, betont auch Felix Bauch, General Manager des The Flag Zürich.
Noch wichtiger ist aber die strukturelle Veränderung, die die KI in großer Geschwindigkeit anstößt, sind sich The Flag und Apaleo sicher. Denn automatisch entstehende Aufgaben lassen weitere Prozessschritte autonom gestalten. Und bei einem breit aufgestellten Anbieter wie The Flag mit Hotels und Apartmenthäusern, aber auch Student- und Young Professional Apartments und Senior Living sind die Anwendungsbereiche von AI-Agenten ohnehin mannigfaltig. Beide wollen zusammen entsprechende neue operative Use Cases entwickeln.
„Co-Entwicklungen sind extrem sinnvoll. Wir arbeiten sehr gern mit Betreibern zusammen, die sagen: Ich möchte nicht auf ein fertiges KI-Produkt warten, sondern gestalte mit, indem wir gemeinsam eine Lösung entwickeln. Genau das braucht KI“, meint Philip von Ditfurth. Denn es gehe nicht mehr um Automatisierungen nach starren Regeln und den Einsatz von simplen Chatbots, sondern dass KI den besten Vorschlag für etwas macht und „wir als Human in the Loop“ entscheiden, ob wir dies zu einem autonomen Prozess werden lassen. „Gerade die große neue Flexibilität in der Hospitality – sei es durch immer kurzfristigere Buchungen oder mehr Shortstay und Leisure bei Serviced Apartments – können die KI-Agenten umsetzen“, erläutert der Apaleo-Co-Gründer. Die bisherigen Automatisierungslösungen hätten hier ihre Grenzen erreicht. „Den größten Fehler, den man mit AI machen kann, ist auf ein Produkt zu warten. Das einzig Wahre ist, das Thema anzugehen und Erfahrungen zu sammeln – erst intern mit dem Team, dann auch Richtung Kunden/Gast“, ist Philip von Ditfurth überzeugt.