• Markt

Vorläufiges Insolvenzverfahren für Bremer Apartmentprojekt

Für die Cube Asset Nord 1 GmbH, Projektgesellschaft des Bremer Projekts „Am alten Postamt“, ist ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet worden. Das Vorhaben am Hauptbahnhof war ursprünglich mit 625 Wohn- und zehn Gewerbeeinheiten geplant; die Planung des Apartmentprojekts wurde in den Folgejahren verändert.

Visualisierung des Bremer Projektes

Diese Visualisierung befindet sich auf der Projektseite. ©Murphy & Partners

Das Amtsgericht Köln hat am 11. August 2026 im Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Cube Asset Nord 1 GmbH Rechtsanwalt Dr. Jens Schmidt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Verfügungen der Gesellschaft über Vermögensgegenstände sind dem Beschluss zufolge nur noch mit seiner Zustimmung wirksam. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 70b IN 20/26 geführt. Die Cube Asset Nord 1 GmbH ist die Projektgesellschaft des Vorhabens „Am alten Postamt“ in Bremen. Nach den von Investmentcheck wiedergegebenen Angaben aus den damaligen Finanzierungsunterlagen ist sie Eigentümerin des 6.559 Quadratmeter großen Grundstücks An der Weide 50 und 50a–c. Vorgesehen waren der Abriss der Bestandsimmobilie und die Entwicklung eines Wohn- und Geschäftshauses mit voraussichtlich 625 Wohn- und zehn Gewerbeeinheiten auf rund 20.724 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche sowie etwa 110 Tiefgaragenstellplätzen.

Für das Projekt wurde über Crowd-Investing Kapital eingeworben. Investmentcheck nennt für eine Platzierung im November und Dezember 2022 ein Volumen von 1,70 Millionen Euro bei einer geplanten Gesamtinvestition von 18,485 Millionen Euro. Als Emittentin ist die EPH Projekt 241 GmbH, als Darlehensnehmerin und Projektgesellschaft die Cube Asset Nord 1 GmbH ausgewiesen. Als vorgesehene Einnahmequellen wurden der Globalverkauf nach Errichtung der Immobilie oder ein Verkauf nach Planung und Erhalt der Baugenehmigung angegeben. Investmentcheck führt inzwischen den Status „Insolvenzverfahren“. Eine zweite Finanzierungsrunde gab es unter der Bezeichnung „Am alten Postamt II“ angeboten. Auch für diese werden in den vorliegenden Angaben 625 Wohn- und zehn Gewerbeeinheiten sowie die Cube Asset Nord 1 GmbH als Darlehensnehmerin und Projektgesellschaft genannt.

Für den Apartmentmarkt ist das Vorhaben vor allem wegen der Veränderung des Nutzungskonzepts relevant. Cube kommunizierte 2023, den Bauantrag eingereicht zu haben, und plante zu diesem Zeitpunkt kompakte Apartments für Studierende. Als Fertigstellung wurde damals das dritte Quartal 2025 genannt. In einer späteren Projektplanung war von rund 395 Apartments die Rede; auf der zuletzt genannten Projektseite wird keine Einheitenzahl mehr ausgewiesen. Damit haben sich die öffentlich kommunizierten Eckdaten des Projekts gegenüber der ursprünglichen Finanzierungsplanung mit 625 Wohneinheiten verändert.

Das vorläufige Insolvenzverfahren betrifft die Cube Asset Nord 1 GmbH und damit jene Gesellschaft, die in den Finanzierungsunterlagen als Eigentümerin des Grundstücks und der Projektgesellschaft geführt wird. Welche Folgen das Verfahren für die weitere Entwicklung des Bremer Projekts hat, geht aus dem Beschluss des Amtsgerichts nicht hervor.

Parallel dazu wurde am 21. Juli 2026 die Cube Real Estate Nord GmbH unter HRB 128888 neu in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln eingetragen. Als Anschrift ist ebenfalls Werkstättenstraße 39b in Leverkusen angegeben. Die Neueintragung erfolgte damit rund drei Wochen vor der Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Cube Asset Nord 1 GmbH. Aus den vorliegenden Quellen ergibt sich allerdings nicht, in welchem Verhältnis die neu eingetragene Gesellschaft zum Bremer Projekt oder zum Insolvenzverfahren steht.

SO!Apart Insight stellte schriftlich Fragen an Cube Real Estate. Von dieser Seite hieß es dazu schriftlich: „Da die Cube Asset Nord 1 GmbH Gegenstand eines vorläufigen Insolvenzverfahrens ist, bitten wir um Verständnis, dass wir zu den von Ihnen angesprochenen Themen derzeit keine Stellung nehmen können.“ Dr. Jens Schmidt von RUNKEL Rechtsanwälte, der vorläufige Insolvenzverwalter, äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht.